Das Spektrum der Reisekrankheiten ist breit gefächert und reicht von der in der Fachsprache Kinetose genannten Reiseübelkeit bis hin zu Tropenkrankheiten wie Malaria, Typhus und Co. Eine besondere Anfälligkeit für Reisekrankheiten haben Kinder, ältere Menschen, Personen mit geschwächtem Immunsystem und Fernreisende. Schützen Sie sich im Urlaub vor klassischen Reisekrankheiten genauso wie vor Tropenkrankheiten. Wir informieren über Ursachen und Gründe für typische Erkrankungen, geben Tipps zur Vorbeugung und zeigen, was gegen klassische Reisekrankheiten wie Sonnenbrand, Reiseübelkeit, Jetlag oder Ohrenschmerzen hilft.
Für einen schnellen Überblick haben wir deshalb die wichtigsten Reisekrankheiten von A bis Z zusammengefasst – inklusive der passenden Informationen zur Vorbeugung und Behandlung. Weitere Informationen finden Sie auf unseren Länderinformationsseiten, bei den Länderinformationen der Website des Außenministeriums sowie bei Reisemedizinern.
Bitte beachten Sie, dass diese Liste als Vorinformation dient und nicht ein Gespräch mit eine:r Reisemediziner:in ersetzt!
Reisekrankheiten A-Z
Auch auf Reisen werden Sie möglicherweise mit Allergenen konfrontiert, auf die Sie reagieren. Tragen Sie bei bekannten Allergien deshalb immer Ihr Antiallergikum bei sich. Besprechen Sie sich mit Ihren Ärzt:innen, wählen Sie ein Präparat aus, das Sie bereits kennen und gut vertragen und packen Sie dieses in ausreichender Menge ein – für den Fall, dass es im Reiseland nicht erhältlich ist.
Für Pollenallergiker:innen empfiehlt es sich, Urlaubszeit und Urlaubsort entsprechend dem Pollenflugkalender auszuwählen. Wir haben Ihnen wichtige Tipps zu Reisezielen und -zeiten für Allergiker:innen zusammengefasst.
Borreliose ist eine in Europa, Nordamerika und Nordasien vorkommende Infektionskrankheit. Sie wird überwiegend von Zecken übertragen. Das auffallendste Symptom, das manchmal erst mehrere Wochen nach dem Zeckenbiss, mitunter sogar überhaupt nicht auftritt, ist eine wandernde Rötung. Da Borreliose über Jahre hinweg einen schweren Verlauf entwickeln kann, bei dem Organe und Muskeln betroffen sind, sollten Sie jeden Zeckenbiss beobachten.
Das ist außerdem wichtig, weil durch Zecken auch die sogenannte Frühsommermeningitis (FSME) übertragen werden kann. Eine Impfung gegen FSME ist möglich und wird auch für Österreich empfohlen.
Zu den Symptomen der Lungenerkrankung durch das Coronavirus (COVID-19) zählen Fieber und eine Infektion der oberen Atemwege. Reisende sollten häufig die Hände waschen, eine (FFP2-)Maske tragen, Kontakt zu kranken Menschen, offene Märkte, Tiere und rohes Fleisch meiden und bei Auftreten der beschriebenen Symptome ärztlichen Rat aufsuchen.
Wie kann ich mich generell vor Virus-Infektionen schützen?
Wie bei Influenza und anderen Atemwegserkrankungen schützen das Einhalten der Husten- und Nies-Etikette, eine gute Handhygiene, sowie Abstand zu Erkrankten auch vor einer Übertragung des Coronavirus. Diese Maßnahmen sind auch in Anbetracht der Grippewelle überall und jederzeit angeraten:
Händegeben, Anhusten, Anniesen vermeiden
Großen Abstand halten zu hustenden/niesenden Personen
Berührungen der Augen, Nase oder des Munds (Schleimhäute) vermeiden
Einmaltaschentücher verwenden und sofort entsorgen
Häufig lüften
Gründliches regelmäßiges Händewaschen mit Wasser und Seife nach Personenkontakten, der Benutzung von Sanitäreinrichtungen und vor der Nahrungsaufnahme
Das Dengue-Fieber ist in Mittel- und Südamerika, Süd- und Südostasien sowie in Afrika weit verbreitet und wird durch die tagaktive Aedes-Mücke übertragen. Symptome sind plötzliche Fieberausbrüche, grippeähnliche Beschwerden sowie manchmal fleckiger Hautausschlag. Die Tropenkrankheit geht oft mit starken Muskel- und Knochenschmerzen einher und klingt in den meisten Fällen nach ein paar Tagen wieder ab.
Mögliche größere Komplikationen sind das hämorrhagische Dengue-Fieber und das Dengue-Schock-Syndrom, die tödlich verlaufen können. Als Vorsichtsmaßnahme empfiehlt sich ein umfangreicher Insektenschutz mit passender Kleidung, Moskitonetzen und Repellents.
Der Erreger wird durch direkten Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten wie Schweiß, Speichel, Stuhl oder Urin von Erkrankten übertragen. Die ersten Beschwerden ähneln einem grippalen Infekt: plötzliches hohes Fieber, Muskelschmerzen, Schwächegefühl, Kopf- und Halsschmerzen. Das nächste Stadium der Erkrankung ist gekennzeichnet durch Erbrechen, Durchfall, Ausschlag sowie Leber- und Nierenfunktionsstörungen. Patient:innen können auch starke innere und äußere Blutungen sowie Multiorganversagen aufweisen. Dadurch endet die Krankheit oft tödlich. Personen ohne Beschwerden sind nicht ansteckend.
Meiden Sie direkten Kontakt zu Erkrankten. Achten Sie auf grundlegende hygienische Maßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen mit Seife oder Desinfektionsmittel. Sollten Sie in den betroffenen Gebieten reisen, achten Sie auf allfällige Symptome und suchen Sie beim geringsten Verdacht ärztlichen Rat.
Das in Teilen Afrikas und Lateinamerikas verbreitete Gelbfiebervirus wird von Aedes-Mücken übertragen. Nach einer Inkubationszeit von drei bis sechs Tagen treten hohes Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen sowie Übelkeit auf. Begleiterscheinungen von Gelbfieber können auch ein verlangsamter Puls und Bindehautentzündung sein.
Bei schwerem Verlauf sind Organe beteiligt, Leber- und Nierenversagen treten auf und in der Hälfte der Fälle endet die Krankheit tödlich. Bei nicht geimpften Tourist:innen liegt die Sterberate sogar noch höher. Daher empfehlen wir für Reisen in Risikogebiete unbedingt eine Reiseimpfung. Im Übrigen sollten Sie sich mit Insektenschutzmitteln und weiteren Maßnahmen vor den Insekten schützen.
Unter Hepatitis werden verschiedene, teilweise schwer verlaufende oder chronische Leberentzündungen zusammengefasst. Sie werden von unterschiedlichen Erregern ausgelöst und durch Schmierinfektionen sowie verunreinigte Lebensmittel und Wasser übertragen.
Gegen einige Formen wie Hepatitis A oder Hepatitis B gibt es einen wirksamen Impfschutz. Gegen Hepatitis C, die durch Blutkontakt – Achtung bei Piercings, Injektionsnadeln und Geschlechtsverkehr – übertragen wird, kann allerdings nicht geimpft werden.
Zur Vorsorge sollten Sie während der Reise auf rohe Meeresfrüchte verzichten, Trinkwasser abkochen und Obst und Gemüse schälen oder garen. Zudem beraten Sie sich vor der Reise mit Tropen- oder Reisemediziner:innen bezüglich möglicherweise notwendiger Hepatitis-Impfungen für Ihr Reiseziel.
Da die Inkubationszeiten für typische Reisekrankheiten unterschiedlich lang sind, bleiben Sie auch nach der Rückkehr aufmerksam. Insbesondere bei Fern- und Tropenreisen sollten Sie auch in den Wochen nach dem Urlaub bei ungeklärten Krankheitssymptomen einen Arzt aufsuchen und ihn auf die Reise hinweisen.
So kann zum Beispiel Durchfall nach einer Afrika-Reise ein Anzeichen für eine Malaria-Infektion sein, die es auszuschließen gilt. Verdauungsprobleme oder Blähungen nach dem Urlaub können ein Hinweis auf eine eingeschleppte Wurmerkrankung sein. Schwindel nach einer Reise wiederum kann ein Indiz für eine Störung des Gleichgewichtssinns im Ohr durch die veränderten Druckverhältnisse während des Flugs sein.
Die Übertragung des Krim-Kongo-Fieber-Virus erfolgt durch Hyalomma-Zecken, Haus- und Wildtiere (wie z.B. Kühe, Schafe, Kamele oder Ziegen etc.) fungieren dabei als Wirte. Die Übertragung des Erregers kann auch durch direkten Kontakt mit Blut oder Fleisch von infizierten Tieren erfolgen. Das Verbreitungsgebiet ist Süd-Ost-Europa, der mittlere Osten, sowie viele Länder Asiens und Afrikas. Die ersten Symptome (u.a. hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Erbrechen, Durchfall) machen sich meist nach 3-7 Tage nach Ansteckung bemerkbar. Im weiteren Verlauf treten Hautausschläge und allgemeine Blutungen auf. Eine Impfung gibt es dagegen nicht – vorbeugend wird Mückenschutzmittel und Schutz vor Zeckenstichen empfohlen, sowie das Tragen geschlossener, heller Kleidung. Nach einem Aufenthalt im Freien sollte der Körper umgehend auf Zecken abgesucht werden.
Die lebensbedrohliche Infektionskrankheit Malaria kommt weltweit in über 100 Ländern der Tropen und Subtropen vor. Der Malariaparasit wird durch Anopheles-Moskitos übertragen, die vor allem während der Nacht stechen. Grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Husten, Erbrechen und Durchfall sowie allgemeine Schwäche sind die ersten Anzeichen. Weitere Symptome wie Organausfälle, Krämpfe und Kreislaufkollaps können folgen. Malaria kann tödlich verlaufen.
Eine Impfung ist nicht möglich, jedoch eine medikamentöse Prophylaxe, die die Erreger zurückdrängt, aber kein sicherer Schutz ist. Die wichtigste Vorsorgemaßnahme ist eine wirksame Stechmückenabwehr mit entsprechender Kleidung, Moskitonetzen und Insektenschutzmittel. Rechtzeitig erkannt, ist Malaria heilbar.
Ebenfalls möglich sind Stand-by-Medikamente, die Sie am Urlaubsziel bei Malariasymptomen nach ärztlicher Absprache einnehmen. Beachten Sie, dass Sie diese Mittel genau nach Vorschrift nehmen – also eventuell auch noch nach Abklingen der Beschwerden. Übrigens kann Malaria auch Monate nach Ihrem Urlaub noch ausbrechen. Leiden Sie nach Ihrer Rückkehr an Symptomen, suchen Sie deshalb Tropenmediziner:innen auf und unterrichten ihn von Ihrer Reise.
Eine der häufigsten Reisekrankheiten ist Durchfall. Ein unkomplizierter Reisedurchfall klingt meist nach wenigen Tagen von allein wieder ab. Er wird durch Viren oder Bakterien ausgelöst und durch Schmierinfektionen, verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel übertragen. Halten die Beschwerden länger an und kommen Bauchschmerzen, Fieber, Krämpfe, Hautausschlag oder Anzeichen von Flüssigkeitsmangel hinzu, sollten Sie dringend einen Arzt aufsuchen.
Neben der Gefahr der Dehydrierung besteht auch immer das Risiko einer ernsthaften Erkrankung. So kommt beispielsweise in weiten Teilen Asiens, Afrikas, Süd- und Mittelamerikas Cholera vor. Gegen Cholera können Sie sich impfen lassen. Detaillierte Informationen und Tipps gegen Reisedurchfall finden Sie hier.
Seekrankheit beziehungsweise Reisekrankheit oder Reiseübelkeit kann jeden treffen. Sie muss nicht, wie eine Infektionskrankheit, vom Immunsystem bekämpft werden, sondern entsteht durch ungewohnte Bewegungen bei einer Schiffs- oder Autofahrt, die das Gleichgewichtsorgan durcheinanderbringen.
Typische Symptome der Seekrankheit sind Schläfrigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Sie klingen in der Regel ab, sobald Sie wieder festen Boden unter den Füßen haben. Unsere Tipps zur Ernährung und zum Verhalten während der Fahrt helfen, vorzubeugen. Lassen Sie sich darüber hinaus in der Apotheke zu Medikamenten beraten. So können zum Beispiel Pflaster mit Scopolamin gegen Reisekrankheit helfen, aber auch spezielle Kaugummis, Tropfen oder Tabletten.
Tetanus, auch Wundstarrkrampf, kommt weltweit vor und kann tödlich verlaufen. Auch für Österreich liegt eine Impfempfehlung vor.
Gegen Tollwut ist ebenfalls eine Impfung möglich. Da die von Tieren, oft von Hunden, übertragene Infektionskrankheit unbehandelt immer tödlich verläuft und in vielen Ländern der Erde vorkommt, ist besondere Vorsicht geboten. Gehen Sie Tieren, insbesondere streunenden Hunden, aus dem Weg. Bei dem Verdacht auf eine Ansteckung über den Speichel eines infizierten Tieres sollten Sie in jedem Fall eine medizinische Fachperson aufsuchen, da die Impfung nicht in allen Fällen schützt.
Tuberkulose ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten überhaupt: Jedes Jahr erkranken schätzungsweise rund 9 Millionen Menschen daran. Behandelt werden kann die von Bakterien übertragene Krankheit mit Antibiotika, Komplikationen sind jedoch möglich. Regionen mit hohen Tuberkuloseraten liegen beispielsweise in Südostasien, Afrika und den ehemaligen Sowjetrepubliken.
Typhus wiederum wird vor allem über verunreinigtes Wasser oder Nahrungsmittel übertragen. Verzichten Sie auf rohe Schalentiere, kochen Sie Wasser ab, schälen und garen Sie Obst und Gemüse und meiden Sie Lebensmittel, die schon länger auf dem Buffet stehen. Schwere Verläufe zeichnen sich durch Fieber, Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen, anhaltendes Fieber, Herz- und Organprobleme aus. Für Risikogebiete wird eine Impfung empfohlen.
Das Zika-Virus ist eine Infektionskrankheit, die vor allem in Ländern Mittel- und Südamerikas, aber auch in Südflorida, Südostasien und wenigen Ländern Afrikas auftritt. Die Viren werden meist von Mücken übertragen, in Südamerika sind zudem Fälle von Übertragung durch Geschlechtsverkehr bekannt. Die Symptome ähneln denen einer Grippe und sind im Allgemeinen etwas schwächer als bei anderen von Mücken übertragenen Tropenkrankheiten. Besondere Vorsicht ist für Schwangere geboten, da sich das Virus auf das ungeborene Kind übertragen kann. Schwangere meiden deshalb am besten Reisen in Risikogebiete.
Häufige Symptome
Jetlag
Seekrankheit
Sonnenstich
Ohrenschmerzen
Reisedurchfall
Reiseverstopfung
Allergien
Jetlag
Jetlag bekämpfen
Tipps gegen Jetlag
Was tun gegen Jetlag? Tipps gegen Jetlag wie man am besten vorbeugen und Jetlag überwinden kann. Um sich nach der Ankunft am Urlaubsort nicht vollends erschlagen zu fühlen, haben wir hilfreiche Tipps gesammelt: Den Urlaub ab dem ersten Tag voll genießen!
Meist beginnt sie harmlos, dafür unvermittelt im Auto, Flieger oder auf dem Schiff. Reiseübelkeit ist auf einen ungewohnten Bewegungsreiz zurückzuführen, der den Gleichgewichtssinn durcheinander bringt. Doch es gibt einfache Wege zur Vorbeugung.
Sonnenbrand wirken Sie einfach und effektiv entgegen: Unumgänglich ist natürlich die Sonnencreme mit ausreichendem Lichtschutzfaktor. Auch einen Sonnenstich können Sie mit ein paar Vorsichtsmaßnahmen einfach vermeiden. Wir informieren Sie, welche Ursachen und Symptome ein Sonnenstich hat und wie Sie Sonnenbrand noch vermeiden können.
Das offene Autofenster, ein leichter Wind nach dem Schwimmen im Meer oder mangelnder Druckausgleich im Flieger – gerade bei Kindern können schnell Ohrenschmerzen auftreten. Wir verraten, wie Sie vorsorgen und was die Schmerzen lindert.
Lesen Sie hier, wie Sie Reisedurchfall vermeiden und lindern. Wir verraten außerdem, wie Sie klassischen Reisedurchfall von ernsten Krankheiten wie Malaria und Cholera unterscheiden können.
In unserem Allergie-Ratgeber haben wir Ihnen Tipps für die häufigsten Allergien zusammengestellt. Erfahren Sie, wohin und wann Sie bei Heuschnupfen verreisen sollten, was Sie im Hotel gegen Ihre Hausstauballergie tun und wie Sie Ihre Reise trotz Lebensmittelunverträglichkeiten wie Laktoseintoleranz genießen.
Krankheiten vorbeugen: Unsere Tipps bei Reisekrankheiten
Reisekrankheiten vermeiden
Keine Angst vor Reisekrankheiten im Urlaub. Entscheidend ist die richtige Information – und die bekommen Sie von uns. Wir erklären in unseren Artikeln, welche Reisekrankheit im Urlaub welche Ursachen und Symptome hat und was Sie tun können, um sie zu vermeiden. Wir klären auf, wer besonders anfällig ist für gewisse Reisekrankheiten und zeigen Ihnen auf, wie Sie vorsorgen.
Magen-Darm-Beschwerden und Infektionskrankheiten im Urlaub vermeiden Sie zum Beispiel, indem Sie in Urlaubsregionen wie Südostasien oder Südamerika nur durchgegarte Speisen essen und Obst vorher schälen. Beachten Sie auch, dass Kinder anfälliger für einige Reisekrankheiten wie Reiseübelkeit oder Ohrenschmerzen sind. Zu Medikamenten müssen Sie deshalb aber nicht gleich greifen. Denn gegen Reiseübelkeit bei Kindern können auch eine “leichte” Ernährung vor der Abreise (keine milch- oder fetthaltigen Speisen) sowie Ablenkung durch Gespräche oder Hörspiele helfen.
Reiseübelkeit entgegenwirken
Sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen hat Reiseübelkeit im Normalfall übrigens nichts mit Hygiene oder ungewohnten Speisen zu tun. Dennoch zählt sie zu den häufigsten Reisekrankheiten. Symptome sind Schwindel, plötzliches Unwohlsein und Erbrechen. Doch keine Angst: Die Reisekrankheit mag zwar unangenehm sein, gefährlich ist sie nicht.
Vielmehr üben Schiffe, das Stop-and-Go im Stau, Serpentinenstraßen oder der Flieger einen ungewohnten Bewegungsreiz auf das Gehirn aus. Das führt zu Schwindel und Reiseübelkeit. Wir zeigen Ihnen, wie Sie der Reise- und Seekrankheit vorbeugen, welchen Sitzplatz Sie auf dem Schiff, im Flieger oder Auto am besten wählen und was Sie tun können, um die Symptome zu lindern.
Vorsorge gegen typische Infektionskrankheiten auf der Reise
Zur notwendigen Prävention zählen weiterhin Impfungen und der passende Vorrat an Medikamenten für die Reiseapotheke sowie hochwertige Mückenschutz-Mittel, da zahlreiche Reise- und Infektionskrankheiten wie Malaria, Dengue-Fieber, Schlafkrankheit und tropische Fieberarten über bestimmte Mücken verbreitet werden. Bei einem Urlaub in Asien sollten Sie zum Beispiel stets darauf achten, einen ausreichenden Insektenschutz anzuwenden, unter einem Moskitonetz zu schlafen und keinen rohen Fisch zu verzehren, da dieser mit dem Chinesischen Leberegel oder anderen Parasiten befallen sein kann.
Darüber hinaus wird in tropischen und subtropischen Gebieten sowie in Afrika davon abgeraten, in stehenden Binnengewässern zu baden, darin barfuß zu gehen oder gar daraus zu trinken. Seien Sie außerdem vorsichtig beim Umgang mit fremden Tieren. Zur Vorbeugung von Tropenkrankheiten und weiteren Infektionskrankheiten empfehlen wir Ihnen eine reisemedizinische Beratung im Vorfeld, bei der Ärzt:inne die Gesundheitsrisiken am Reiseziel abschätzt.
Ursachen für Reisekrankheiten
Gründe für typische Reisekrankheiten
Die meisten Menschen warten lange und mit großer Vorfreude auf ihren nächsten Urlaub. Eine neue Umgebung, vielleicht eine fremde Kultur und eine andere Lebensweise – eine Reise schenkt verschiedenartige Eindrücke und wundervolle Erlebnisse. Eine Reise birgt jedoch auch Risiken.
Bestimmte Arten von Krankheiten treten typischerweise auf Reisen auf. Daher werden Sie unter der Bezeichnung Reisekrankheiten, Tropenkrankheiten oder auch Urlaubskrankheiten zusammengefasst. Die Ursachen und Gründe für diese Reisekrankheiten können länderspezifisch sein, je nach Reisegebiet variieren und sich im Einzelfall unterscheiden. Wer die Ursachen und Gründe für diese typischen Reisekrankheiten kennt, kann sich besser vorbereiten. Berücksichtigen Sie einige grundlegende Tipps, lässt sich das Risiko für eine Reisekrankheit deutlich einschränken.
So entsteht Reiseübelkeit
Eine sehr häufige Reisekrankheit ist die Reiseübelkeit. Noch nicht einmal am Urlaubsort angekommen, kann es Sie treffen. Die Reiseübelkeit wird in der Fachsprache als Kinetose bezeichnet und tritt bei längeren Fahrten auf. Ihre Ursachen sind die durch die ungewohnte Bewegung des Transportmittels hervorgerufenen Störungen des Gleichgewichtsinns. Die typischen Symptome sind Müdigkeit, häufiges Gähnen und Kopfschmerzen sowie Übelkeit, Schwindel und Erbrechen. Betroffen sein kann jede:r, besonders anfällig sind Kinder.
Abgesehen von der Seekrankheit auf Schiffsreisen, kommt die Reisekrankheit auch bei Autofahrten, im Zug oder im Flugzeug vor. Aufregung oder Angst – wie sie manch einer bei dem Gedanken an einen Flug verspürt – können die Symptome noch verstärken. Zur Linderung reichen in einigen Fällen regelmäßige Pausen, frische Luft, leichte Kost oder die richtige Wahl des Sitzplatzes. In schwereren Fällen können Sie sich auch ein rezeptfreies Medikament besorgen. Lassen Sie sich zu den verschiedenen Präparaten in einer Apotheke beraten. Weitere Informationen zur Reisekrankheit, der Vorbeugung und Behandlung finden Sie bei uns.
Eine weit verbreitete Urlaubserkrankung ist der sogenannte Reisedurchfall. Ungewohnte Ernährung, aber auch verdorbene Lebensmittel können Ursachen und Gründe für durch Verdauungsstörungen bedingte Reisekrankheiten sein. Problematischer ist es, wenn die Magen-Darm-Erkrankung auf mangelnde Hygiene im Reiseland oder Parasiten wie Würmer zurückzuführen ist. Typische Erreger für zum Teil schwere Magen-Darm-Infekte können Salmonellen oder andere Bakterien wie zum Beispiel ETEC oder Campylobacter sein
So beugen Sie einer Infektion vor:
Trinken Sie kein Leitungswasser – das gilt auch für Eiswürfel – oder kochen Sie es ab.
Achten Sie bei Milchprodukten auf Frische.
Essen Sie nur gut durchgegartes Fleisch, Geflügel und Eier.
Vermeiden Sie Speisen, die länger warmgehalten wurden.
Schälen Sie Obst und Gemüse vor dem Verzehr.
Bei länger anhaltenden Durchfällen oder Infekten mit Fieber sollten Sie auch im Urlaub ärztlichen Rat aufsuchen. Sinnvoll ist eine Kontrolle nach der Reise, um sicherzugehen, dass Sie keine Würmer oder anderen Parasiten eingeschleppt haben. Bedenken Sie bei Kindern die Gefahr der schnelleren Dehydrierung und achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr!
Aktive Freizeitgestaltung als eine der Ursachen für Reisekrankheiten
Auch die ungewohnte Freizeitgestaltung, neue Sportarten und andere Verkehrssituationen können Ursachen und Gründe für Reisekrankheiten bergen. Im Urlaub halten sich die meisten Menschen sehr viel mehr aktiv im Freien auf als zuhause. Sonnenbrand am Strand, verstauchte Knöchel beim Wandern oder ein Knochenbruch beim Ausprobieren einer neuen Sportart sind nur einige Beispiele.
Gehen Sie es langsam an und achten Sie auf folgende Punkte:
Der Aufenthalt in klimatisierten Verkehrsmitteln oder Hotels kann Schnupfen und Erkältungen hervorrufen. Es empfiehlt sich, zumindest in der Nacht die Klimaanlage oder den Ventilator auszuschalten. Insgesamt sollten Sie die Luft nicht zu stark herunterkühlen.
Genießen Sie Ihre Strandtage stets mit ausreichendem Sonnenschutz. Ein Sonnenbrand ist kein kleines Übel. In südlichen Ländern scheint die Sonne intensiver als bei uns und es besteht die Gefahr von schweren Verbrennungen. Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, geeignete Kleidung und ein Sonnenschirm helfen. Vermeiden Sie auf jeden Fall die Mittagssonne. Einem Sonnenstich beugen Sie vor allem mit einer Kopfbedeckung und ausreichend Flüssigkeitszufuhr vor. Vermeiden Sie starke Anstrengungen und eine Überhitzung des Körpers.
Urlaubszeit ist Abenteuerzeit. Nicht wenige nutzen ihre Ferien dazu, sich in einer neuen Sportart zu versuchen. Tragen Sie in diesem Fall unbedingt die notwendige Schutzkleidung und lassen Sie sich gründlich einweisen. Gegebenenfalls ist es sinnvoll, einen Kurs zu absolvieren.
Überschätzen Sie sich nicht selbst. Wenn Sie im Urlaub wandern gehen, fangen Sie mit kurzen und einfachen Wegen an. Der Kreislauf muss sich erst an die Anstrengung gewöhnen. Erfahrung und Übung bringen die notwendige Sicherheit für schwierigere Strecken.
Achten Sie in warmen Ländern auf einen geeigneten Schutz vor Insekten. Neben unangenehmem Juckreiz und allergischen Reaktionen sind Insektenstiche in manchen Ländern auch Ursachen für Reisekrankheiten. Erreger können zum Beispiel ernsthafte Entzündungen nach sich ziehen. In Risikogebieten übertragen Insekten auch Krankheiten wie Malaria, Dengue- oder Zika-Fieber.
Weitere nützliche Informationen
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